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In jeder Spezifikationstabelle für Capture-Karten sind zwei Sätze von Zahlen aufgeführt: einer für die Aufnahme und einer für den Passthrough. Oft stimmen diese nicht überein, und wenn man sich mit Capture-Karten noch nicht auskennt, ist der Grund dafür nicht auf den ersten Blick ersichtlich.
„Capture“ ist das, was Ihr Publikum sieht. „Passthrough“ ist das, was Sie sehen. Beide dienen unterschiedlichen Zwecken, und wenn Sie verstehen, wie sie zusammenwirken, können Sie die richtige Karte für Ihre Konfiguration auswählen.
„Capture“ bezeichnet die Aufnahme- und Streaming-Funktion Ihrer Capture-Karte. Wenn Ihre Konsole oder Ihr PC ein Videosignal an die Karte sendet, wird dieses Signal im Rahmen des Capture-Vorgangs in eine Videodatei oder einen Live-Stream auf Ihrem Computer umgewandelt.
Die Aufnahmeauflösung und die Bildrate bestimmen die Qualität, die Ihre Zuschauer oder Ihre Aufzeichnungen letztendlich erhalten. Wenn eine Karte mit 4K60 aufzeichnet, bedeutet dies, dass sie mit einer Auflösung von bis zu 4K und 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen oder streamen kann. Wenn sie mit 1080p60 aufzeichnet, liegen Ihre Aufzeichnungen maximal bei 1080p, unabhängig davon, was Ihre Konsole ausgibt.
Bei der Aufzeichnung findet eine Kodierung statt, die Rechenleistung und Bandbreite über die Verbindung zu Ihrem Computer beansprucht, unabhängig davon, ob es sich um eine USB- oder eine PCIe-Verbindung handelt. Ihre Aufzeichnungskarte komprimiert das eingehende Videosignal, damit Ihr Computer es verarbeiten kann, und diese Komprimierung ist der Grund dafür, dass die Aufzeichnungsspezifikationen Grenzen haben. Die Karte, ihre Verbindung zu Ihrem Computer und Ihre Aufzeichnungssoftware spielen alle eine Rolle dabei, was möglich ist.
„Passthrough“ ist das Signal, das Ihre Aufnahmekarte an Ihren Fernseher oder Monitor sendet, damit Sie während der Aufnahme weiter spielen können. Es leitet das Videobild von Ihrer Konsole (oder einer anderen Quelle) direkt an Ihr Anzeigegerät weiter, sodass Ihr Spielerlebnis unbeeinträchtigt bleibt.
Der entscheidende Vorteil des Passthrough-Modus besteht darin, dass er Ihr Spielerlebnis nicht beeinträchtigt. Eine gute Capture-Karte bietet einen Passthrough-Modus ohne Latenz, was bedeutet, dass das Signal ohne wahrnehmbare Verzögerung auf Ihrem Bildschirm ankommt. Sie sehen das Spiel in Echtzeit und können darauf reagieren – genau so, wie Sie es ohne Capture-Karte in der Signalkette tun würden.
Ohne Passthrough müssten Sie das Spiel über die Vorschau auf Ihrem Computer verfolgen, was durch die Codierung und die Software-Wiedergabe zu einer zusätzlichen Latenz führt. Durch diese Verzögerung wirken rasante Spiele träge und unresponsiv. Passthrough löst dieses Problem, indem es Ihnen ein direktes, unbearbeitetes Signal auf Ihren eigenen Bildschirm liefert.
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An dieser Stelle werden die beiden Zahlenreihen in einer Spezifikationstabelle erst richtig verständlich.
Beim Passthrough ist keine Codierung erforderlich. Die Aufzeichnungskarte leitet das Videosignal direkt an Ihren Bildschirm weiter, ohne es zu komprimieren oder zu verarbeiten. Da kein Codierungsengpass vorliegt, kann die Karte höhere Auflösungen und Bildraten durchlassen, als sie selbst aufzeichnen kann.
„Capture“ hingegen muss das Videosignal komprimieren und über USB oder PCIe an Ihren Computer übertragen. Diese Komprimierung und die Datenübertragung schränken die Auflösung und Bildrate ein, die die Karte verarbeiten kann. Die Bandbreite der Verbindung, die Codierungshardware und der Software-Overhead setzen allesamt Obergrenzen, die beim „Passthrough“ nicht auftreten.
Allerdings besteht diese Lücke nicht immer. Elgato Game Capture 4K X beispielsweise kann sowohl mit 4K144 aufnehmen als auch das Signal durchlassen. Doch selbst bei derselben Karte zeigt sich der Unterschied an anderer Stelle: 4K X lässt HDR mit bis zu 4K144 durch, während die HDR-Aufnahme bei 4K30 ihre Obergrenze erreicht. Die Kodierung von HDR-Inhalten erfordert mehr Daten pro Bild, sodass die Aufnahmeseite schneller an ihre Grenzen stößt.
Deutlicher wird der Unterschied bei Karten mit geringerer Verbindungsbandbreite. Die Elgato Game Capture 4K S nutzt USB-C 3.0 (5 Gbit/s) und HDMI 2.0, weshalb die Aufzeichnung bei maximal 4K60 und der Passthrough bei maximal 4K60 oder 1440p120 liegt. Bei 1440p, wo die Anforderungen an die Codierung geringer sind, kann der Unterschied zwischen dem, was durchgeschleust werden kann, und dem, was aufgenommen werden kann, je nach Grafikkarte und Signal dennoch auftreten.
Auch nicht jede Elgato-Aufnahmekarte wird über USB angeschlossen. Die Game Capture 4K Pro wird stattdessen über PCIe angeschlossen, sodass ihre Kodierungsbandbreite vom PCIe-Bus und nicht von einer USB-Verbindung bereitgestellt wird.
Technische Datenblätter lassen sich leichter auswerten, sobald man weiß, was die einzelnen Zeilen für einen selbst im Vergleich zur Zielgruppe bedeuten. Hier ist ein konkretes Beispiel am Beispiel des Elgato Game Capture 4K X:
Die Spalte „Passthrough“ gibt Auskunft darüber, wie Ihr Spielerlebnis aussieht. Die Spalte „Capture“ gibt Auskunft darüber, wie Ihre Aufzeichnungen oder Ihr Stream aussehen. Beide Spalten funktionieren gleichzeitig und unabhängig voneinander.
Die Antwort hängt davon ab, auf welchem Bildschirm Sie spielen und welche Qualität Sie für Ihre Aufnahmen wünschen.
Wenn Sie auf einem 1080p- oder 1440p-Monitor spielen, haben Passthrough-Spezifikationen, die über die Auflösung Ihres Monitors hinausgehen, keine Auswirkungen auf Sie. Eine Karte, die 4K144 durchlässt, funktioniert zwar weiterhin, aber Ihr Monitor zeigt nur das an, was er unterstützt. In diesem Fall sind die Aufnahmeauflösung und die Bildrate die entscheidenden Faktoren, da diese Ihre Aufnahmequalität bestimmen.
Wenn Sie auf einem 4K-Monitor mit hoher Bildwiederholfrequenz spielen, sind die Passthrough-Spezifikationen entscheidend. Sie benötigen eine Karte, die die gesamte Ausgabe Ihrer Konsole ohne Downscaling oder Bildausfälle weiterleitet. Wenn Ihre Konsole 4K120 ausgibt und Ihre Capture-Karte nur 4K60 weiterleitet, sinkt Ihre Bildrate auf 60 fps, obwohl Ihr Bildschirm und Ihre Konsole mehr unterstützen.
Wenn Ihnen HDR wichtig ist, sollten Sie die Optionen „HDR-Passthrough“ und „HDR-Aufnahme“ separat überprüfen. HDR-Passthrough bei 4K144 sorgt dafür, dass Ihr Gameplay großartig aussieht, aber wenn die HDR-Aufnahme maximal 1080p60 unterstützt, weisen Ihre Aufnahmen nicht dieselbe HDR-Qualität auf. Ob dieser Kompromiss eine Rolle spielt, hängt davon ab, wie wichtig HDR für Ihre fertigen Inhalte ist.
Einen direkten Vergleich der Elgato-Capture-Karten und ihrer jeweiligen Funktionen finden Sie in unserem Capture-Karten-Vergleichsleitfaden, in dem das gesamte Sortiment im Detail vorgestellt wird.
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